| |
|
Bisher haben wir uns (Udo und ich) noch nicht getraut, einen Gipfel über einen Gletscher zu besteigen. Der ideale Einstiegsberg und noch dazu ein schöner ist der Similaun. So hatten wir seine Besteigung in unserem diesjährigen Urlaub in Vent zumindest in Erwägung gezogen. Was uns daran auch abschreckte war, dass hier ganze Karawanen unterwegs sind, somit der Gipfel immer voll ist und man ihm nicht so richtig genießen kann. Nichts desto trotz, wir wollten es versuchen. Um der Tour aber trotz eines möglichen Nichterreichens des Gipfels einen Höhepunkt zugeben, haben wir den Anstieg über den Marzellkamm gewählt, weil die Wanderung dahin sowieso auf unserer Tourenwunschliste stand. Der Abstieg sollte dann zur Similaunhütte gehen. Eine lange Tour also, d. h. zeitig aufstehen.
|
6:30 verließen wir unsere Ferienwohnung. Die Talleit-Spitze strahlte schon in der Sonne. Im Tal war es aber noch kalt. Die 1. Etappe zu Martin-Busch-Hütte war ideal zum einlaufen. Nach 2 Stunden hatten wir diese erreicht. Hier gab es inzwischen Sonne pur und wir konnten unsere warmen Pullover ausziehen. Nach einer kurzen Apfel- und Trinkpause machten wir uns auf in Richtung Marzellkamm, der gleich hinter der Hütte beginnt. Zu dieser Zeit waren wir die Einzigen in diese Richtung und genossen die Ruhe und die Sonne. Der Marzellkamm bietet auf seiner ganzen Länge einen herrlichen Rundumblick. Als wir dann um 10:45 Uhr den höchsten Punkt (3147m) erreicht hatten, hatte sich die Tour für uns schon gelohnt. Wir machten erstmal eine ausgiebige Mittagspause. Dabei beobachteten wir das Treiben am Similaun. |

Blick vom Marzellkamm zum Gipfel
|
Es war mächtig was los am Berg. Immer noch unsicher, ob wir es wagen sollen, wollten wir uns wenigsten den Einsteig auf den Gletscher anschauen. Dort sah es dann recht gut aus, außerdem kam gerade eine Zweier-Seilschaft von oben in unsere Richtung, so dass wir sehen konnten, wo es lang ging. Wir legten also unsere Ausrüstung an und machten uns ca. um 12Uhr auf den Weg Richtung Gipfel. Es ließ sich super gehen, wir fanden eine Spur und die vorhandenen Spalten waren gut sichtbar und nicht sehr breit. Nach einer knappen Stunde waren wir am Ende der großen Gletscherquerung und legten das Seil ab für den letzten Anstieg. Jetzt waren wir uns sicher, dass wir es schaffen und die Freude darauf war groß. Der restliche Aufstieg war problemlos, trotz Steigeisen im Fels. Um ca. 13:30 Uhr hatten wir den Gipfel erreicht. Wir waren an diesem Tag die letzten Gipfelanwärter und hatten, nachdem die beiden vor uns zum Abstieg rüsteten, den Gipfel für uns ganz allein. Einfach super!
|
Gipfelanstieg
|

am Gipfel
|
So lange wie sonst dehnten wir unsere Gipfelrast dann auch nicht aus, da wir ja nicht genau wussten, wie sich der Abstieg gestalten würde. Außerdem wollten wir noch zurück nach Vent und ein Gipfelweißbier wollten wir uns auch noch an einer der beiden Hütten gönnen.
Wir stiegen Richtung Similaunhütte ab. Erst führte uns der Weg über den Gletscher, der im weiteren Verlauf immer spaltenreicher wurde, später über einen Felsrücken durch Blockwerk steil abfallend auf ein ziemlich ausgeapertes flaches Gletscherstück. Gegen 15 Uhr erreichten wir die Hütte.
Das Weißbier gab es dann allerdings gegen 17 Uhr an der Martin-Busch-Hütte, praktisch als Stärkung vor dem langen Latschweg nach Vent, wo wir gegen 19 Uhr unsere Ferienwohnung – geschafft und glücklich - erreichten.
Es war ein herrlicher Tag mit einer langen aber sehr schönen Tour.
|
|